Plastikflut
hörenswert

Bioplastik aus Schlachtabfällen

Das hört sich im ersten Moment ganz schön ekelig an, aber es steckt eine geniale Idee dahinter! Der Schweizer Wissenschaftler Dr. Martin Koller von der Technischen Universität in Graz leitete eine Forschungsgruppe, die mit Schlachtabfällen experimentierte, um daraus Bioplastik zu gewinnen. Ziel war es, Kunststoffe ohne Erdöl herzustellen, da sich dieser fossile Brennstoff langsam dem Ende zuneigt. Auch wollte die Forschungsgruppe auf pflanzliche Komponenten verzichten, da diese in Konkurrenz mit der Lebensmittelherstellung stehen.

Das Herstellungsprinzip von Plastik aus Schlachtabfällen klingt simpel. Mit dem tierischen Fett der Abfälle werden spezielle Bakterien gefüttert, die daraus Biopolyester herstellen. Der so entstandene Biokunststoff sei vielseitig einsetzbar, kompostierbar und ungiftig. 

Von dieser Methode der Kunststoffherstellung wurde bereits 2012 berichtet. Das zeigt, dass es bei Bioplastik schon lange gute Alternativen gibt. Projekte wie diese sind nach Forschungsabschluss auf bereitwillige Geldgeber angewiesen, damit es das Produkt auch auf den Markt schafft. Damit steht und fällt das Ganze oftmals. 

Ich finde es genial Abfälle, die eh entstehen, zu sinnvollen Produkten zu „verwursten“. Dieses Forschungsprojekt scheint etwas in Vergessenheit geraten zu sein. Als visionären Impuls möchte ich es daher hier gerne noch einmal erwähnen.

Wenn du wissen möchtest welche Vorteile und Eigenschaften dieser Kunststoff hat, wie viel Plastik sich aus Schlachtabfällen herstellen lässt und welche Hintergründe es noch gibt, höre dir diesen kurzen Beitrag an.

Quelle: Green Radio “Bioplastik aus Schlachtabfällen”