Plastikflut

Weichmacher (Phthalate)

Gesundheitsgefährdende Plastikart / Chemikalie

Weichmacher werden den verschiedensten Kunststoffen beigefügt, um sie weich, dehn- und biegsam zu machen. Es gibt Weichmacher aus Phthalatsäure (Phthalate), Zitronensäure (Citrate) und Adipinsäure (Adipate). 

Da es keine Kennzeichnungspflicht für Weichmacher gibt, ist es schwer nachzuvollziehen, welche im Kunststoff stecken. Denn nicht alle Weichmacher haben das gleiche Gefahrenpotential. Die besonders schädlichen Weichmacher stammen aus der Gruppe der Phthalate. Diese sind mittlerweile verboten oder nur noch begrenzt zugelassen (siehe Anmerkung).

Zu den schädlichen Phthalaten gehören:  

  • Diethylhexylphthalat (DEHP), 
  • Benzylbutylphthalat (BBP), 
  • Dibutylphthalat (DBP), 
  • Diisobutylphthalat (DiBP), 
  • Di-isononylphthalat (DINP),
  • Di-isodecylphthalat (DIDP) und
  • Di-n-octylphthalat (DNOP).

Besonders bekannt für schädliche Weichmacher ist Polyvinylchlorid (Weich-PVC). Du kannst es erkennen am Recycling-Code: PVC 3 ♵.

Einsatzbereich

Weichmacher sind unter anderem enthalten in: 

  • Lebensmittelverpackungen wie Einschweißfolie, 
  • in Dichtungen von Schraubdeckeln, 
  • in weichem Plastikspielzeug, 
  • in Gummiartikeln und
  • Sportgeräten, 
  • in Arzneimittelkapseln, 
  • Duschvorhängen, 
  • Kosmetikartikeln, 
  • in Kabelummantelungen, 
  • Bodenbelägen und Tapeten, 
  • in Lacken und Klebstoffen. 

Auswirkungen

Phthalate haben eine hormonveränderbare Wirkung. Sie reichern sich im Fettgewebe unseres Körpers an. Dort abgespeichert können sie zu einer großen gesundheitlichen Gefahr werden. Weichmacher verursachen:

  • Fettsucht und Diabetes,
  • Krebs,
  • Atemwegserkrankungen, 
  • Unfruchtbarkeit beim Mann,
  • Entwicklungsstörungen beim Kind im Mutterleib,
  • Leberschäden,
  • Schädigungen der Hormondrüsen.

Anmerkung

Weichmacher in Alltagsgegenständen

Die von Weichmachern ausgehende Gefahr wurde mittlerweile erkannt. Laut Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) ist die Verwendung einiger gefährlicher Weichmacher (darunter DEHP, DBP, BBP, DINP, DIDP, DNOP) seit 2007 in Kinderspielzeug sowie Babyartikeln verboten ist. Ansonsten besteht für DEHP, DBP, DiBP und BBP seit 2015 eine Zulassungspflicht. Diese Stoffe dürfen innerhalb der EU also nicht mehr ohne Genehmigung in Verbraucherprodukten auftauchen.

Weichmacher in Lebensmitteln

Kunststoffe und Beschichtungen, die Phthalate enthalten, sollten nicht in Kontakt mit fetthaltigen Lebensmitteln kommen! Wie bereits geschrieben hat Fett die Eigenschaft Phthalate in sich aufzunehmen. Die Verbraucherzentrale weist in einem Bericht von 2019 darauf hin, dass Weichmacher in Lebensmittelverpackungen tatsächlich nur noch recht selten zu finden sind. Es gäbe an einigen Frischetheken allerdings noch PVC-Folien zum Fleisch Verpacken. Darüberhinaus heißt es, dass Phthalate bei der Herstellung von Lebensmitteln in die Nahrung übergehen können. Wenn z.B. PVC-haltige Schläuche zum Befüllen verwendet werden.

Weichmacher made in China

Die eingeführten Verbote, die uns vor Weichmachern schützen sollen, sind dringend notwendig und lobenswert. Nur darf man nicht die unzähligen Importprodukte aus dem Ausland, wie beispielsweise China außer Acht lassen. Dort gelten die EU-Verbote und -Richtwerte nicht. Auch in altem Plastikspielzeug kann nach wie vor DEHP & Co. schlummern.

Um dich vor Weichmachern zu schützen, achte auf Hinweise wie „PVC-frei“ oder „Phthalat-frei“. Auch Produkte mit dem „Blauen Engel“ oder dem „GS-Zeichen“, das für geprüfte Sicherheit steht, sind frei von Weichmachern. Obwohl Silikon weich ist, kommt es ohne Weichmacher aus. Auch Kunststoffe wie Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) und PET-Flaschen enthalten keine Weichmacher. Achtung, das heißt aber nicht, dass sie keine anderen schädlichen Stoffe aufweisen!

Wie du dich im Alltag vor schädlichen Plastikchemikalien schützen kannst? Das erfährst du im Menü unter “So kannst du dich schützen”.

Links zum Thema

Wenn du dich noch ausführlicher über Weichmacher informieren möchtest, empfehle ich dir diese Internetseiten.

  • Umwelt Bundesamt // Häufige Fragen zu Phthalaten bzw. Weichmachern
  • Verbraucherzentrale // Gefahren für die Gesundheit durch Plastik
  • BUND // Phthalat-Weichmacher
  • Utopia // Weichmacher: Wo die Stoffe stecken und weshalb sie gefährlich sind
  • WELT.de // Die unsichtbare Gefahr aus dem Plastikmüll
  • Stiftung Warenstest // Was Sie über die Weichmacher wissen sollten