Plastikflut
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Weniger Plastikmüll durch den 5-Punkte-Plan

Einmal kurz benutzt brauchen Einweg-Plastikartikel wie Plastikdeckel, Tüten oder Wattestäbchen mehrere Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte bis sie sich zu Mikroplastik zersetzt haben. Die Kunststoffhersteller produzieren täglich Unmengen an Plastik. Sie machen sich keine Gedanken was damit passieren soll, nachdem es einmal verwendet und dann weggeworfen wurde.

Unsere Umweltministerin Svenja Schulze hat einen 5-Punkte-Plan vorgelegt, der besagt, wie künftig in Deutschland der Plastikmüll reduziert und stärker recycelt werden soll. Die dazugehörige Öffentlichkeitskampagne läuft unter dem Titel „Nein zur Wegwerfgesellschaft“. Das Bundesumweltministerium möchte auf diese Art und Weise eine Trendwende im Umgang mit Plastik einleiten.

Und so sieht der 5-Punkte-Plan aus:

1. Unnötige Verpackungen vermeiden

Darunter fallen bestimmte Einweg-Plastikartikel, überflüssige Verpackungen von Obst und Gemüse, darüber hinaus soll es eine Initiative geben die uns dazu führt mehr Leitungswasser zu trinken als Wasser aus Plastikflaschen. Es sollen auch mehr öffentliche Wasserspender aufgestellt werden.

2. Umweltfreundlichere Verpackungen

Ein kleiner Anreiz für die Hersteller, sie sollen ab dem 01.01.2019 weniger Abgaben an das duale System zahlen, wenn sie sich stärker nach ökologischen Kriterien richten. Das heißt, wenn sie für Verpackungen recyceltes Plastik oder leichter recycelbare Kunststoffe verwenden.

3. Höhere Recycling-Quote

Jeder Bundesbürger verbraucht im Durchschnitt 103 kg Verpackungsmüll pro Jahr. Davon werden bislang tatsächlich nur 36 Prozent recycelt! Der Großteil des Plastikmülls wird entweder verbrannt, landet auf der Mülldeponie, wird ins Ausland verschifft und gelangt im dümmsten Fall in die Flüsse und ins Meer. Dieses Jahr (2019) soll die Recycling-Quote auf 58,5 Prozent steigen. Ab 2022 sollen es dann 63 Prozent sein. 

4. Weniger Plastik im Biomüll

Das Mülltrennen klappt in Deutschland gut aber noch nicht einwandfrei. Es landet nach wie vor zu viel Plastik im Biomüll. Die Kompostqualität soll verbessert werden indem die Bundesregierung noch intensivere Aufklärungsarbeit über richtige Mülltrennung leistet.

5. Vorbildfunktion für andere

Ab 2019 werden erstmals 50 Millionen Euro für Technologien gegen die Plastikverschmutzung der Meere zur Verfügung gestellt. Da Plastikmüll ein globales Problem ist, sollen diese Technologien auch anderen Ländern zur Verfügung gestellt werden.

Ich bin gespannt, wie und in welchem Tempo dieser 5-Punkte-Plan umgesetzt wird. Die Grünen und verschiedene Umweltorganisationen glauben beispielsweise nicht daran, dass die Selbstverpflichtung auf Plastik zu verzichten im Handel funktionieren wird. Wenn dem so sein sollte, werden laut Svenja Schulze Verbote eingeführt. Um die Plastikverschmutzung in den Griff zu bekommen müssen die Kunststoffproduzenten sensibilisiert oder notfalls unter Druck gesetzt werden, damit sie sich endlich von ihrem Wegwerf-Geschäftsmodell trennen!